Wolf Köss, geb. Hering †

Am 26. November 2014 ist der Meistertrommler, Freigeist und Poet Wolf Köss geb. Hering aus Werl nach langer schwerer Krankheit verstorben.

Ohne Ihn hätte auch das Crystal Silence Trio nicht oder zumindest so nicht existiert. Es hätte schlicht den Percussionisten und Autoren dieser Zeilen nicht gegeben. Gleiches wird für weitere Bands und Musiker/innen gelten.

Nächtliche Session auf der Haar bei Werl. Foto mit Dauerbelichtung und Selbstbeleuchtung.
Nächtliche Session auf der Haar bei Werl. Foto mit Dauerbelichtung und gegenseitiger Beleuchtung.

Mit Wolf zu spielen war eine harte, existenzielle Schule. Es ging immer „um alles“. Er war ein unvergleichlicher Mutmacher, Lehrer des freien Flugs, ohne Leine, Netz und doppelten Boden.

Es bleiben Trauer, dass er nicht mehr ist und tiefe Dankbarkeit, dass er war.

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3.11.13 in der alten Synagoge Meschede – Konzert von Karolina Strassmayer & Drori Mondlak – KLARO! mit seinem ehemaligen Vibraphon-Lehrer Stefan Bauer.

Ob seine Seele nun die Himmelsleiter emporstürmt (er hat „An den Mistral“ von Nietzsche geliebt) oder unbewacht in freien Flügen schwebt (Hesse: Beim Schlafengehen in „Vier letzte Lieder“ von Richard Strauss) – Ruhe in Frieden Wolf.

Die Trauerfeier fand am Samstag, den 07.12.2013 um 14:00 Uhr in der St. Martinus-Kirche in Haren an der Ems statt.

Die Beisetzung der sterblichen Überreste fand um 12:00 Uhr im Friedwald Meppen-Roheide. (roter Pfeil = etwa Standort der Buche, an deren Fuß die Urne vergraben wurde)

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Besonders gut hätte Wolf die Stelle gefallen, in der der Pastor die Mehrtürer und Heiligen besa-hang, mit denen er nun gen Himmel führe.

 

Zehn Jahre „kristallklare Stille“

Klaus Bunte, Westfalenpost Soest am 01.11.08:

Zehn Jahre „kristallklare Stille“ Soester Trio feierte Geburtstag in der Brunsteinkapelle

Anedkdoten, orientalische Geschichten und ein klingendes japanisches Haiku
Soest – Sie entstanden zur gleichen Zeit, also feierten sie auch gemeinsam: Das Jazztrio „Crystal Silence“ und die Brunsteinkapelle in ihrer Eigenschaft als Atelier von Fritz Risken. Trotz der ungewöhnlichen Uhrzeit – gestern Abend 17 Uhr – gab es rasch Platzprobleme in der kleinen Kapelle. Delef Brune (Klavier), Christoph Hermsen (Perkussion) und Walter Weihs (Saxophon) spielten Highlights aus zen Jahren und vier CDs, von denen vor allem die letzte eine Art Meileinstein darstellte, weil sie ausschließlich aus Eigenkompositionen besteht.

Crystal Silence in der Brunsteinkapelle

Dazu gab es Anekdoten von Freiluftauftritten im Hochsommer, bei denen das Mundstück glühte, oder im Winter, als das Kondenswasser im Saxofon zu gefrieren drohte, oder einem Auftritt bei einer Vernissage, bei der die angesäuselte Künstlerin Weihs versehentlich ein Glas Sekt in den Kragen kippte. Anne-Kathrin Schlegel las zwischendurch orientalische Geschichten und Gedichte, Peter Griffith sang zum Höhepunkt das Stück vom Eremiten, ein ins Deutsche übersetzte und von Brune vertontes Haiku.

Jazzclub Lippstadt in der Werkstatt 2008

„Musikalischer Orient-Trip – Das Trio Crystal Silence setzte im Jazzclub auf nahezu meditative Klänge

Für gewöhnlich geben die ersten Töne die Richtung vor. Auch bei Crystal Silence ist es nicht etwa so, dass man die Musik der Band nicht irgendwie einordnen könnte. Dennoch erfüllt am Donnerstagabend beim Jazzclub ein etwas anderer Sound die Werkstatt; keiner, den man für gewöhnlich mit Jazz verbindet. Sphärische Klänge durchziehen den Raum, und schon ist einem, als schlösse man besser die Augen, denn von nun an geht es in die Abteilung des Träumens.

Detlef Brune (Keyboard, Klavier), Walter Weihs (Saxofon) und Christoph Hermsen (Percussion) zelebrieren einen fragilen Sound. Getragen wird er von den weichen Klängen des Pianisten und einem dichten Klangteppich des Percussionisten. Zusammen mit den koloraturreichen, aber straffen Melodiebögen des Saxofonisten ergibt das einen nahezu weltmusikalischen, sehr facettenreichen Sound, der an die „coolen“ Klänge Jan Garbareks, aber auch die orientalischen Stücke Andreas Vollenweiders erinnert.

Crystal Silence Jazzclub Lippstadt 2008

In jedem Fall inspiriert er, denn bei der Musik von Crystal Silence ziehen unwillkürlich Bilder auf, in denen man den Zug einer Karawane oder einen Besuch im Souk assoziiert. Kein Wunder bei Titeln wie „Nomads“ und „Hadj“. Die Musik wird sinnlich und hat einen nahezu meditativen Charakter. Da wird die Geräuschkulisse schon mal als störend empfunden. Die Musiker haben, wie sie sagen, selbst Bilder im Kopf. Detlef Brunes Komposition“A Foggy Lake“ etwa beschreibt den Möhnesee, wie er im morgendlichen Dämmerlicht von Sonnenstrahlen „geweckt“ wird.

Die Musik des Ensembles fordert den Zuhörer heraus, sich neuen Klangwelten zu öffnen. Dabei sind es doch Kompositionen von Chick Corea, John Coltrane, Wayne Shorter oder Abdullah Ibrahim, die die drei Musiker aus Soest und Lippstadt im Repertoire haben.

Die lassen sich zwar nicht so schnell heraushören, machen jedoch das Ensemble, das immer mehr auch Eigenkompositionen einbringt, zu einem ganz individuellen Gespann — das übrigens schon einmal 2003 in Lippstadt und erst im vergangenen Jahr beim Friedensgebet in der Jakobikirche zu hören war. In den Zugaben zeigt das seit zehn Jahren bestehende Trio jedoch, dass es sich – etwa mit Duke Ellington – im klassischen Jazz ebenso zuhause fühlt.“

Vielen Dank an Marion Heier für diese außergewöhnlich gelungene Reportage!

Klang eines nebeligen Tages, Soest 2006

Westfalenpost Soest 04.04.06: Text + Foto: Klaus Bunte mit freundlicher Genehmigung.

Das Soester Jazztrio „Crystal Silence“ legt mit „rifugio“ seine vierte CD vor. Das Album besteht erstmals komplett aus Eigenkompositionen Detlef Brunes

Dichter Dunst liegt über dem Möhnesee. Ein Reiher gleitet hindurch, wirbelt ihn auf, doch gleich senkt sich der Schleier wieder. Am Horizont geht die Sonne auf, ihre Strahlen tauchen den Nebel in sanftes Licht. Langsam erwacht das Leben….

Diese Bilder tauchen auf, wenn man sich zurücklehnt, die Augen schließt und sich vertieft in die Klänge von „A Foggy Lake“. Mit dem nebelverhangenen Gewässer ist tatsächlich der Möhnesee gemeint. „Ursprünglich sollte der Titel ‚Nebel über Delecke‘ heißen. Aber das schien uns doch zu profan“, erinnert sich der Komponist, Detlef Brune, Keyboarder des Soester Weltmusik-Jazztrios „Crystal Sience“.

4. Crystal Silence CD Rifugio

Ideen lagen schon seit 20 Jahren in der Schublade

Der Name der Band war sieben Jahre lang Programm. Er ist einem Stück von Chick Corea entliehen. Bislang spielte die Band vorwiegend Stücke von Jazz-Größen nach: Von Ellington über Coltrane bis hin zu Ibrahim und Zawinul – immer neu im Stil der Band interpretiert.

Jetzt tritt das Trio aus dem Schatten dieser Vorbilder und legt mit seinem vierten Album „rifugio“ eine CD vor, die ausschließlich aus Kompositionen Brunes besteht. „Die lagen zum Teil schon 20 Jahre in meiner Schublade. Da liegen noch genug für mindestens zwei weitere Alben“, verspricht Brune. „Allzu oft küsst die Muse mich nicht“, räumt er ein. Aber wenn sie ihn küsst, dann mit solcher Leidenschaft, dass das Grundgerüst in einer halben Stunde steht.

Gemeinsam haben Brune, Percussionist Christoph Hermsen und Saxofonist Walter Weihs diese Ideen so lange geprobt und immer wieder neu arrangiert, bis sie zufrieden waren. „Manchmal haben wir uns auch richtig die Zähne daran ausgebissen“, erinnert sich Hermsen. Erst jetzt sei die Zeit für das Projekt reif gewesen: „Vor drei, vier Jahren hätten wir das so noch nicht spielen können. Wir haben uns musikalisch weiterentwickelt.“ So hat das Trio sich stärker von weltmusikalischen Einflüssen entfernt, wendet sich hin zu sphärischen, meditativen Klängen, die die Stimmung einfangen New Age trifft Cool Jazz.

Manchmal fanden sich dazu irrwitzige Titel. Beispielsweise erinnerte der Anfang eines Stücks, das zwischen Vierviertel- und Fünfvierteltakt pendelt, Weihs an den Gang seines tapsigen Hundes. Es wurde nach dem Tier benannt: „Nurmi vom Stroemfeld.“ Nicht verzeichnet auf der CD-Hülle ist das letzte „Stück“, Hermsens Debüt als „Komponist“, ein schräges Gequietsche von wenigen Sekunden. Hermsen: „Im Nebenraum des Studios hatte unser Tontechniker Benny Mokross zwei alte hölzerne Kino-Klappstühle stehen, die furchtbar quietschten. Wir haben sie ins Studio getragen und die Geräusche aus Spaß aufgenommen.“

Demnächst gibt’s noch mehr Musik mit Gästen Beim letzten Titel kommt wieder der Hang zur Musik aus aller Welt durch. „The Hermit“, mit Peter Griffith, Chef des Müllingser White Horse Theatres, als Gastsänger. Ein britischer Bariton interpretiert ein chinesisches Gedicht in der deutschen Übersetzung, aber mit dem englischen Titel. Weitere Gäste sind der Unnaer Gitarrist Winfried Schickentanz und Recep Seber aus Dortmund an der orientalischen Zither Kanoun. Mit ihnen treten Brune, Hermsen und Weihs bald öfter auf, dann unter dem Namen „Crystal Silence Network“.

Kneipennacht Unna 2005

Die WAZ titelte am 21.02.205: Turbane in der Stadtkirche – Stimmiger Mix aus Kneipenrummel und stiller Einkehr…

„….Im Kontrast und als Ruhepol dazu die Formation „Crystal Silence“ in der Stadtkirche mit ihrer „Weltmusik“. Mit Saxophon, Klarinette, Percussions, Keyboards und Synthesizer ließen die drei Musiker vor den geschlossenen Augen der Zuhörer tolle Bilder entstehen. Man fühlte sich zeitweise wie auf Flügeln entführt in ein arabisches Land, glaubte Männer mit Turbanen, verschleierte Tänzerinnen oder den Rauch von Wasserpfeifen zu sehen. Auch Parallelen zu ruhigen Stücken von Pink Floyd waren zu erkennen. – Der Mix der Kneipennacht machte es…“

Vielen Dank für die freundliche Genehmigung an Jürgen Klammer (WAZ).

„Crystal Silence“ im Schwaghof 2004

Die Lippische Landeszeitung am 12.07.04 über das Konzert am 05.07.04

„Ja, eigentlich machen wir hier nur Hintergrundmusik“ – so umriss Percussionist Christoph Hermsen das Gastspiel der Werler Jazz-Formation „Crystal Silence“, die Verlagsvertreter Peter-Uwe Sperber für den Bücher-Börsen-Abend im Mercure-Hotel „Schwaghof“ engagiert hatte.

„Crystal Silence“, das sind außer Christoph Hermsen noch Walter Weihs (Sopran-/Tenorsaxophon) und Detlef Brune (Piano), und ihre Stilrichtung nennen sie „Weltmusik“, weil unerwartete Klänge aus unterschiedlichen Weltteilen eine Symbiose eingehen, die meditativen Charakter trägt und dem Namensbestandteil „Silence“ wesentlich näher steht als phonstark-schrillem Traditional Jazz. Symptomatisch dafür sind, ohne die virtuos auftretenden Saxophone und das Piano schmälern zu wollen, Christoph Hermsens kultivierte Behandlung der verschiedenen Percussions, die er mehr mit bloßen Händen zu streicheln scheint und sich dabei in wohltuendem Gegensatz zu manch herkömmlichem „power play“ bewegt.

Crystal Silence Bad Salzuflen Schwaghof

Titel wie „Bilal“, der Muezzin, und „Nihavent“, seine Melodie, erklingen da gleichberechtigt neben Reminiszenzen an John Coltrane oder Duke Ellington, während „Mr. Gone“, ein großer Kaktus und Talisman des Trios, nicht nur musikalisch präsent ist, sondern „in natura“ im Hintergrund die Szene beobachtet.
…Auch wenn er „nur Hintergrund“ bieten sollte: Der Auftritt von „Crystal Silence“ war ein Jazz-Erlebnis der außergewöhnlichen Art…“

Vielen Dank an den Autoren und Fotograf: Bernard Ostersiek – Publizistik, Lektorat, Foto

Kathry Marcus, Brooklyn NY

„…they are nice! I’ve been playing them every night. Thank you! … I do love the CD and it has helped me a great deal. Thanks again!“ (Rückmeldung per Post nach CD-Bestellung)